Die Reinkarnationsastrologie vereint die vertikale und horizontale Denkweise

Die klassische Astrologie ist die Basis

Die tiefe Wahrheit der Regeln der klassischen Astrologie liegt in ihrer Einfachheit. Ihr Ziel besteht darin eine eindeutig klare, zuweilen festlegende und wertende Aussage zu treffen. Also ein Vorgehen, welches die psychologische Astrologie aus zahlreichen Gründen vehement ablehnt. Die psychologische Astrologie betrachtet die differenzierte optionale Deutung als eine humanistische Errungenschaft. Die psychologische Astrologie betont in ihrem Glaubenssystem die Willensfreiheit des Menschen und lehnt jegliche Vorbestimmung ab.

Die Psychologie an sich, kennzeichnet selbstverständlich einen Bewusstseinsfortschritt, doch wie tief wir auch graben werden, wir werden vor der Entscheidung stehen zwischen Sonne und Pluto, zwischen Tugend und Untugend, zwischen Läuterung, Verklärung und Erleuchtung, oder Verweigerung und Verfinsterung.
Auch in der Psychologie, führt die ehrlich betriebene Psychoanalyse, zur Übernahme der karmischen Selbstverantwortung für sein Schicksal. Im Horoskop steht, wer wir geworden sind und wie uns die göttliche Vorsehung beurteilt. Es ist kein endgültiges Urteil, jedoch ein Resultat der bisherigen Existenzgeschichte. Eine Beurteilung über unseren Charakter, unsere Überzeugungen, sowie unsere Verdienste und karmischen Vergehen.

Auch der spirituell orientierte Astrologe, der die Reinkarnation mit einbezieht, ist ein psychologischer Astrologe, allerdings hat er sich philosophisch nicht von Gott abgewandt, sondern stellt Gott, der Wirklichkeit entsprechend unseres Sonnensystems, als Vaterfigur in das Zentrum der Radix, um als Erstes die Beziehung des Horoskopeigners zu Gott zu eruieren.
Dies hilft uns, die Existenzgeschichte, die in die Radix geschrieben ist, besser einzuschätzen.

Vertikale Deutung lässt die horizontalen karmischen Bedingungen verstehen

Die herkömmliche Astrologie deutet eine Radix nicht vertikal, auf die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen, von oben nach unten. Ebenso wenig betrachtet die herkömmliche Astrologie die Radix, als ein karmisches Resultat früherer Verkörperungen beziehungsweise unserer Existenzgeschichte.
Die psychologische Astrologie hat in Wirklichkeit keine Erklärung dafür, warum ein Mensch unter diesen Gestirnen, in jener Familie und an diesem Ort geboren wurde. Es gibt keine Vorgeschichte vor der Geburt, wenn man auch den vorgeburtlichen Neumond in die Deutung mit einbezieht, um sich kollektive vorgeburtliche Prägungen zu erklären.

Die Reinkarnationsastrologie setzt im Grunde voraus, dass der Mensch, aufgrund seiner spirituellen Verwirklichung auf dem Einweihungspfad, die Wahrheit um Gott, den Himmelssturz und das Ringen Gottes und der Götter, um den Menschen hier auf Erden, kennt. Dies, aus innerer geistiger und seelischer Erfahrung zu wissen, bevor es zur konkreten Erfahrung und Begegnung kommt, kennzeichnet eine gewisse geistige Entwicklungsstufe, deren Erfahrung der Uneingeweihte noch nicht durchlebt hat. Deswegen kann der Uneingeweihte vom Glauben abfallen.
Der Eingeweihte, unabhängig davon, ob er den Pfad zum Licht oder der Finsternis beschreitet, ist immer gläubig. Die eine Linie hat sich nur bewusst gegen Gott entschieden.

Wer ohne Zweifel weiß, dass wir ewig leben und schon zahlreiche Inkarnationen auf Erden durchlebt haben, der beginnt das größere Ganze und ihre karmischen Zusammenhänge unserer Menschheitsgeschichte zu verstehen. Er wird wissen, dass unsere Radix unsere Existenzgeschichte und unseren Wesenscharakter, sowie unsere Beziehung zu Gott, offenbart. Diese Wahrheit passt der psychologischen Astrologie nur nicht in ihr Weltbild, denn es sind die ehemaligen Humanisten, Protestanten und späteren Aufklärer, die heute die psychologische Astrologie propagieren und als Errungenschaft betrachten, obwohl diese nur zu einem gewissen Grad einen wertvollen Beitrag leistet.

Philosophisch führt die psychologische Astrologie nicht zur Einweihung, sondern in den Glaubensabfall und auf den Selbstverwirklichungstrip, der einem vorgaukelt, dass einem alle Möglichkeiten im Leben offen stehen würden. Die Schöpfer und Vertreter der psychologischen Astrologie sind tendenziell in früheren Verkörperungen vom Glauben an Gott abgefallen und doch hat die psychologische Astrologie ihren Wert für die Seelenarbeit, die der Astrologe auf dem Einweihungspfad, zur Verklärung seines Wesens, zu leisten hat.

Der Wert der Würden

Erst wenn die Bedeutung der klassischen Würden in der Astrologie, als auch der Unterschied zwischen harmonischen und disharmonischen Aspekten wieder eine Bewertung erfährt, als karmisches Resultat früherer Verkörperungen, anstatt diese unterscheidungslos gleichrangig und gleichwertig zu behandeln, werden wir uns der Wahrheit, bei der Deutung und Einschätzung von Horoskopen, wieder annähern.
Derzeit findet eine Relativierung und Verwässerung in der moralischen Beurteilung von Horoskopen statt, um die moralische Bedeutung und Aussagekraft von guten und schlechten Stellungen zu entkräften. Es wird die humanistische geistige Tradition konsequent fortgesetzt, die zur Reformation und in Folge zur französischen Revolution und dem endgültigen Glaubensabfall der Menschheit geführt hat. Es darf in diesem Weltbild keine höhere göttliche Ordnung und Autorität Gottes geben, denn dann müsste man in diesem Lichte seine Existenzgeschichte beurteilen.

Es ist ein Versuch unsere persönliche Existenzgeschichte zu leugnen, um nicht als die erkannt zu werden, die wir waren, indem man zum Beispiel Quadratstellungen, nur als Herausforderung und mögliches Potential deutet, jedoch nicht als das karmisch belastende Resultat unseres Handelns in früheren Inkarnationen betrachtet. Man will bewusst oder unbewusst seine Geschichte und Beziehung zu Gott leugnen, die in unsere Radix geschrieben wurde.

Fragen, die uns die Radix beantworten kann

Welche Existenzgeschichte steht in die Radix geschrieben? Welches Wesen ist hier zur Verkörperung gekommen? Wieviel Licht, wieviel Schatten? Welche Anlagen und Tugenden, welche Untugenden und Problematiken? Was ist die Mission und vorgesehene Bestimmung? Wie ist die Beziehung zu Gott?

Fragen zur Zukunft, die uns die Radix beantworten kann

Wer viele Jahre mit den Septaren gearbeitet hat, der weiß aus Erfahrung, dass man mit ihrer Verwendung, innerhalb weniger Minuten, den gesamten Lebensablauf eines Menschen schnell im Überblick erfassen kann. Es geht hierbei nicht um einzelne konkrete Ereignisse, sondern um den angelegten Lebensplan, der sich automatisch aus unserer Radix ergibt und der sich den Septaren entsprechend, im Laufe des Lebens entfalten wird.

Wozu wir bestimmt sind und wann wir was tun werden, ist in der Radix klar ersichtlich. Wir können uns, unserer Bestimmung, Aufgabe und Lektion stellen, oder versuchen dieser ausweichen, oder sie zu verleugnen. Letzten Endes werden wir uns jedoch im Schicksalsrahmen unserer Radix und aller daraus abgeleiteten Unterhoroskopen bewegen, weswegen wir in der Reinkarnationsastrologie, solange von Schicksal sprechen müssen, bis der Mensch die Herrschaft über seinen Geist erlangt hat und ein Eingeweihter wurde.
Der Eingeweihte wird sich wiederum aus seiner gewonnenen Erkenntnis, ganz bewusst und willentlich dafür entscheiden, sein Schicksal, Bestimmung und Mission, die in die Radix geschrieben sind, zu erfüllen.

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?

Nachdem wir unsere Vergangenheit und Existenzgeschichte ergründet haben, als auch unsere zukünftige Bestimmung für die gegenwärtige Inkarnation aus der Radix gelesen haben, verstehen wir, was wir gegenwärtig zu tun haben. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ergeben immer Sinn, wenn wir in unserer Analyse und gewonnenen Selbsterkenntnis richtig liegen.

Intuition, Hellsehen, Hellhören, Eingebung

Die Reinkarnationsastrologie ist eine spirituelle Astrologie. Sie schließt keine anderen Formen der Astrologie aus, doch schreitet sie über die saturnalen Grenzen hinaus und bezieht die Kräfte und Fähigkeiten, sowie die Einsichten und Erkenntnisse, der transpersonalen Planeten mit ein.
Für einen spirituellen Astrologen sind die geistigen Fähigkeiten und Einsichten der transpersonalen Planeten eine Selbstverständlichkeit, die er sich durch seine spirituelle Entwicklung zu erschließen hat.

Will der Astrologe in seinen Deutungen durch Eingebungen aus der Engelwelt inspiriert werden, wird er seine geistigen Fähigkeiten der Intuition, des Hellsehens, Hellhören, Hellfühlens usw. ausbilden müssen, denn über diese Fähigkeiten kommuniziert er mit der geistigen Welt und ihren Wesen.
Ein intelligenter Verstand und astrologisches Wissen machen jemand noch lange nicht zu einem eingeweihten Astrologen. Der eingeweihte Astrologe ist in der Regel ein hermetischer Universalist und ein Erfahrener auf dem okkulten Einweihungsweges.

Es beginnt damit, dass man die himmlische Sprache der Astrologie zu lesen lernt, dann wird der Astrologe in seinem im Geiste hören, wie ihm die Engelwelt die Radix erklärt und dann wird der Astrologe hellsichtig das Schicksal sehen, welches in die Radix geschrieben wurde.

Freier Wille

Selbstverständlich gibt es einen freien Willen. In jeder Sekunde steht es uns frei, darüber zu entscheiden, was wir denken wollen. Da die beinahe alle Menschen noch keine Herrschaft über ihren Geist besitzen, ist unser freier Wille durch diesen Umstand begrenzt, wenn auch rein theoretisch zu hundert Prozent gegeben, weswegen wir auch vom Beginn an unserer Existenz, zum Schmied unseres Schicksals wurden.

Unsere Radix ist das Resultat unseres Glaubens und Überzeugungen, als auch das Ergebnis grundlegender Entscheidungen und Handlungen, die wir im Laufe unserer Existenz wiederholt getroffen haben. Unsere Radix ist Geschichte, die durch unser Wesen geprägt wurde und deswegen stellt die Radix einen Schicksalsrahmen dar, innerhalb dessen unser freier Wille Bedeutung erlangt, um darüber zu entscheiden, in welcher Qualität wir unsere Anlagen verwirklichen werden, um unserer Bestimmung gerecht zu werden.