Liebesmangel und Anerkennung
Manchmal kann ich es einfach nicht glauben, wie tief die Bestätigungskomplexe der Menschen sitzen, dass es ihnen nicht peinlich ist, wie sie sich selbst in ihren Fünfzigern noch immer wichtig machen wollen, um Anerkennung oder Bestätigung zu erhalten.
Solange wir nach persönlicher Anerkennung und Bestätigung durch andere Menschen streben, sind wir Bettler und unwürdig, dass wir eingehen in des Vaters Haus. Wir sind keine Liebenden, die lernen, geben und mitarbeiten, sondern saugende Schmarotzer, die ihr Umfeld belasten.
Wer nach Bestätigung ringt, will nehmen und nicht geben. Wer nach Bestätigung ringt, will geliebt werden, anstatt zu lieben. Der Bestätigungskomplexler ist in Wirklichkeit noch durch und durch ein Egoist und weit davon entfernt ein liebender Mensch zu sein. Er versteht noch gar nichts von der Liebe, mag er noch so viel Wissen angehäuft haben, welches er verwendet um sich aufzuplustern.
Wer seine Komplexe noch nicht aufgearbeitet hat und zu einem bescheidenen, rücksichtsvollen, treuen, liebenden und zugleich selbstbewussten Menschen geworden ist, der erhält niemals Einlass in die himmlischen Sphären, weil sein bedürftiges Ego Lärm erzeugt und man ihm niemals trauen könnte.
Stellen sie sich vor, wenn ihre Gedankenkraft so stark wäre, dass das geschehen würde, was sie denken. Wie könnte jemand jemals diese Macht verliehen werden, der einen Bestätigungskomplex besitzt und sich ständig aufplustert und wichtig nimmt? Bei der erstbesten Gelegenheit würde er seine Macht demonstrieren und missbrauchen. Er würde sich verhalten, wie es Luzifer tat.
Werdet wie die Kinder
Ab einem gewissen Alter kann man sich von einem spirituell orientierten Menschen erwarten, dass er seinen Mangel an Liebe, weil er von seinen Eltern nicht genügend geliebt wurde, durch Selbstreflexion und Selbstanalyse aufgearbeitet hat und nicht mehr wie ein Fass ohne Boden, bei anderen Menschen durch seinen Bestätigungskomplex nach Anerkennung buhlt, oder sie gar belehren will, jedoch in Wirklichkeit ein permanenter Sauger ist.
Die ganze Welt ist voller Bestätigungskomplexler. Alle schreien nach Liebe und Anerkennung, verhalten sich jedoch ihren Mitmenschen gegenüber aufdringlich und völlig unangemessen, weil sie sich selbst und ihren Schmerz so wichtig nehmen. Alles dreht sich in Wirklichkeit noch immer nur um ihre Person (Ego), anstatt dass sie einfach fleißige Arbeiter im Weinberg des Herrn wären.
Derjenige, der wahre Gottverbundenheit erlebt, dessen Aura wird zu einer himmlischen Sphäre ambrosianischer Schwingungen. In dessen Nähe geht es einem so, wie dem kleinen Mädchen im Alter von zehn Jahren, dass gestern mit ihrer Mutter bei Lisa war und dann zu Lisa sagte, ich wäre immer gerne in deiner Nähe. Da fühlt man sich so wohl und hat vor gar nichts Angst.
Ein Mensch, der wahre Gottverbundenheit erlangt hat, der wird zu einem Quell der Freude, der Sinnhaftigkeit und der Hoffnung in unserem Leben. Wir sind dankbar in seiner Nähe sein zu dürfen. Das zehnjährige Mädchen ist noch nicht zu stolz, wie die Erwachsenen, sondern verhält sich noch wie ein Kind. Genau so, wie Jesus dies meinte, als er lehrte: „Werdet wie die Kinder.“
Jesus kennt den Himmel und seinen Vater.
Liebe und Opfer
Wer liebt, gibt und wird nicht zu einer Belastung für andere Menschen. Wenn jemand tatsächlich ein liebender Mensch geworden ist, dann ist er beinahe ein echter Heiliger und „Halberleuchteter“. Es ist dann nur mehr eine Frage der Zeit, bis er seinen Geist magisch geschult hat, was ihm jedoch als Liebender nicht mehr schwer fällt, da er still und ruhig geworden ist.
Auf alle Fälle hat dieser Mensch das Mysterium der Liebe erlebt und durchlebt. Er weiß um die Macht der Liebe und wird nie mehr seinen Verstand über die Liebe stellen, unabhängig davon, ob er seine spirituelle Entwicklung noch forciert, um auch göttliche Fähigkeiten zu entwickeln.
Alles dreht sich jedoch um die Voraussetzung ein liebender Mensch geworden zu sein. Man ist kein liebender Mensch, weil man die Bäume, die Blumen und des Nachbars Katze liebt. Das wäre zu einfach. Auch die ganzen pseudotoleranten scheinheiligen Gutmenschen und Pseudospirituellen fallen in diese Kategorie.
Wer tatsächlich das Wohl und das Glück seiner Nächsten über sein eigenes stellt, der hat eine Ahnung von Liebe. Stellen sie sich ruhig einmal die Frage: „Sind sie wirklich bereit aus Liebe persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen? Ist ihnen das Glück eines von ihnen geliebten Menschen wirklich wichtiger als ihr eigenes Glück? Können sie sich über sein Glück mehr freuen, als über ihr eigenes Glück?“
Diese Herzensreife zeigt sich erst in der Realität des Dienstes der geleistet wird, und nicht vorher. Das zeigt sich erst in der Realität des Opfers, welches der Mensch bereit ist aus Liebe für seine Nächsten und für Gott, dem er folgt, zu erbringen. Dies zeigt sich erst in seinem Vertrauen, welches er Gott schenkt, indem er ihm sein Leben weiht und anvertraut.
Das ist kein leeres Gerede, sondern wortwörtlich gemeint.