Chinas Spiritualität

Im ersten Beitrag zu Chinas Geschichte haben wir die Mythologie, den Taoismus und den ersten Gottähnlich verehrten Kaiser Qin Shi Huang Di (259 – 210 v. Chr.) besprochen. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich in China Dynastien, die in gegenseitigen Allianzen China beherrschten. Durch die chinesische Mauer (Saturn) war jedoch das Staatsgebiet Chinas klar abgesteckt, innerhalb dessen sich die Nation in den letzten zweitausend Jahren entwickelte.

Diese Besonderheit der territorialen Beschränkung hat dazu beigetragen, dass China astrologisch gesprochen von Saturn und Venus bestimmt wird. Wie kann man innerhalb von Bedingungen in Harmonie leben (Saturn/Venus)? Denken Sie an das Ying und Yang Symbol = Leben in Harmonie in der Dualität (Saturn/Venus).

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Chinesische Mauer

China ist spirituell, jedoch nicht religiös

Die Chinesische Lebensphilosophie die dem Daoismus entspringt, betrachtet das Leben als einen ständig wechselnden Energiefluss, dem sich der Weise in Harmonie einfügt und dadurch dem Himmel und der Erde dient. Alles, was diese Ordnung stört, ist abzulehnen und wird im christlichen Sinne als Sünde betrachtet, die Unglück und Misserfolg gebären.

Dieser spirituelle Gehorsam und Selbstlosigkeit des chinesischen Volkes, die kosmische Ordnung, die das Dao und das I Ging lehren, zu befolgen, hat sich in gewisser Hinsicht der Kommunismus zu nütze gemacht, um die spirituelle Welt und ihre göttliche Ordnung, durch die Nation, ihre Gesetze und die Förderung von Nationalismus zu ersetzen. Die tief verwurzelte unpersönliche Haltung und Selbstlosigkeit, die dem Daoismus entspringt und im im chinesischen Volksgeist lebendig ist, führte dazu, dass die Enteignung des Privateigentums und der Verlust der persönlichen Freiheit durch den Kommunismus, von vielen Chinesen nicht als etwas Schreckliches generell empfunden wurden.

Da weder die chinesische Mythologie, noch das I Ging und der Daoismus, sich eindeutig auf einen Schöpfergott festgelegt haben und diesem einen Namen gegeben haben, konnte ein starker Führer wie Mao die spirituelle Kraft Chinas für die atheistische, kommunistische Ideologie instrumentalisieren und sich als Parteiführer alle Macht verleihen.

Die vorauszusehende Konsequenz dieser Entwicklung war ein Erstarken des diesseitig orientierten Konfuzianismus und des gottlosen Buddhismus, wenn auch insgesamt das religiöse und spirituelle Leben Chinas, durch den Einfluss des Konglomerat von Kommunismus und Kapitalismus, in den letzten Jahrzehnten unterdrückt wurde und an Bedeutung verloren hat. Der Kommunismus und sein atheistischer Kollektivismus ist mit Religionen und einer spirituellen Kultur nicht kompatibel, in welchen, die persönliche Individualität und der freie Wille des Einzelnen, Grundprinzipien des Glaubens sind, die erfüllt sein müssen und aus denen heraus sich die Moral der Lehre entwickelt. Wenn die Wurzeln einer Religion und spirituellen Lehre nicht im Persönlichen gründen, können die daraus entsprungenen Lehren und ihr Geist, verhältnismäßig leicht ideologisch instrumentalisiert werden.

China ist spirituell, jedoch nicht religiös. Eine Religion ist nach meiner Definition erst eine Religion, wenn deren Lehre in einem persönlichen Schöpfergott wurzelt. Sowohl die chinesische Mythologie, als auch der Daoismus, der Konfuzianismus und der Buddhismus stützen sich auf keinen persönlichen Schöpfergott. Der Daoismus definiert zwar das Dao, als die Quelle, aus der die zehntausend Dinge entspringen, gibt ihr jedoch keinen Namen.

China ist eine alte Nation

Die chinesische Geschichte reicht fünftausend Jahre zurück. Der Kommunismus in etwa sieben Jahrzehnte. Die Wahrheit des I Ging und des Daoismus wird den ideologischen und philosophischen Irrtum des Kommunismus verdauen. Der disziplinierte chinesische Geist, die spirituelle Klarheit des I Ging und die tiefe Weisheit des Daoismus sind wie der Himmel, an dem die Wolken des Kommunismus vorüberziehen werden, sodass China wieder zu seinen spirituellen Wurzeln „des friedlichen Lebens innerhalb der Bedingungen“ zurückkehren wird.
Chinas Philosophie gründet in einer friedlichen Spiritualität, in welcher stets nach Ausgleich und Harmonie gestrebt wird. Darin liegt die Kraft und Bestimmung Chinas. Den Frieden zu wahren und den Konflikt zu vermeiden, um das mit Liebe zu tun, was zu tun ist. (Steinbock/Waage – Saturn/Venus)

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Yin und Yang Symbol

Lassen Sie uns noch tiefer in die Chinesische Spiritualität eindringen, indem wir die geistigen Gesetzmäßigkeiten der Trigramme, die die Grundlage des I Ging bilden, erläutern. Wir werden noch in späteren Beiträgen auf die weltliche Geschichte Chinas eingehen. Die spirituelle Bedeutung der chinesischen Philosophie verdient in einem weiteren Beitrag zu dieser Reihe unsere volle Aufmerksamkeit, um den Schatz Chinas zu bergen.

Das I Ging

Die Lehre des I Ging wurde von dem Deutschen Richard Wilhelm (1873-1930) in den Westen gebracht. Richard Wilhelm war von 1899 – 1921 Missionar und Pfarrer in Tsingtau. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er 1924 die Professur für Sinologie an der Universität Frankfurt. Er baute das erste China-Institut Deutschlands auf, dessen erster Direktor er wurde. Durch seine Übersetzungen lernten weltweit viele Leser die chinesische Literatur und die Philosophie des Daoismus und I Ging kennen.

Quelle: https://www.projekt-gutenberg.org/autoren/namen/wilhelm.html
Richard Wilhelm / Gegenwart

Acht Trigramme des I Ging

Die acht Trigramme wurden vom Urkaiser Fu Xi erfunden. Die Trigramme dienen der Weissagung und sind die Grundlage des I Ging.

Da es zahlreiche Interpretationen für die Trigramme gibt, versuchen wir den Kern der Symbolik zu verstehen.
Wir haben drei Linien, von denen jede einzelne unterbrochen oder durchgezogen sein kann. Es ergeben sich dadurch 8 Möglichkeiten der Darstellung.

Die Ebenen der Linien

  1. Linie = geistig, mental, Idee, Intellekt
  2. Linie = astral, seelisch, Gefühl, Verbindung
  3. Linie = physisch, materiell, Substanz

Die Vertikale

Fu Xi dachte von Oben nach Unten. Wer das I Ging verstehen will, der stelle sich vor, dass ein geistiger Strom aus den himmlischen Sphären durch alle Ebenen (drei horizontale Linien, Trigramm) zur Erde herabströmt (absteigender Pfeil). Zugleich der Mensch, der dem Himmel entgegenstrebt (aufsteigender Pfeil, die Evolution). Dieser vertikal herabsteigende geistige Strom trifft auf die Horizontale, dargestellt durch die drei Linien der jeweilige Ebene mental, astral, physisch.

I Ging Geist Absteigend und Aufsteigend durch die drei Ebenen des Trigramm

Wenn Sie nun mit diesem Wissen, die einzelnen Deutungen der Kategorien, Name (Bedeutung), Natur, Familie anhand der Trigramme durchdenken verstehen sie, wie man durch das I Ging weissagt.  Wenn der Weissagende eine Frage stellt, erkennt er an den drei Linien des Triagramm, wie sich das Schicksal (herabsteigender Geist) auf den drei Ebenen verwirklichen wird.

Strömt der Geiststrom direkt durch und trifft auf keine Hindernisse, dann bezeichnet man dies als Weiblichkeit. Trifft er auf allen Ebenen auf ein Hindernis, dann ist dies Männlichkeit.

In seinem Kern ist die chinesische Philosophie einfach und wahr. Sie gibt Gott keinen Namen, doch alle spirituellen Vorstellungen und Denkweisen betrachten den Himmel, also das Geistige, die Idee als ursächlich und die Materie darauf reagierend. Der Geist steigt herab und der Mensch soll in Harmonie mit den geistigen Gesetzmäßigkeiten bzw. himmlischen Ordnung leben, um Himmel und Erde zu dienen.

Der Mensch hat seiner Bestimmung gerecht zu werden. Die Person, ihre Funktion bestmöglich zu erfüllen. Das persönliche Seelenheil, das individuelle Glück wird der Funktion der Person untergeordnet. Das Unpersönliche, die Funktion als Mittler der Himmlischen Ordnung und Diener der Nation, ist von höherer Bedeutung, als das individuelle Schicksal und Talent. Die Individualität soll dem Kreislauf zwischen Himmel und Erde dienen, doch keine Konflikte erzeugen. Dies würde gegen das daoistische Prinzip der Harmonie verstoßen.

Der Daoismus ist ein spirituelles Friedensprojekt Gottes, welches darauf ausgerichtet ist, dass der Mensch selbständig und freiwillig, sich zu Frieden und Selbstlosigkeit erzieht, weil jeder andere Weg in das Unglück und den Misserfolg führt.