Chinesische Mythologie

Die Wurzeln der chinesischen Geschichte reichen fünftausend Jahre zurück in die Zeit des Alt-Neolithikum. Erste schriftliche Überlieferungen gibt es aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Die Schrift bildete die Voraussetzung für die daraus entstehende Historiografie, welchen den Königen der aufeinanderfolgenden Herrscherhäusern eine historische Legitimation ihrer Macht verschaffte.

Wie jede Nation gründet auch die Geschichte Chinas in der Mythologie. Es gibt nur eine bruchstückhafte chinesische Kosmologie, der jedoch, im Unterschied zu Mythen aus anderen Kulturkreisen, nicht eindeutig ein allmächtiger Gott und Schöpfer zugrundeliegt.

Nü Gua und Pan Gu

Ein zentrales Element der chinesischen Mythologie ist die Vereinigung der Göttin Nü Gua mit dem Urmenschen Pan Gu. Pan Gu war ein Riese, der in einem Ei des Chaos schlief. Als er erwachte, stand er auf und teilte den Himmel und die Erde. Er selbst wurde nach seiner Schöpfung zu den Bergen und Flüssen, Pflanzen, Tiere und alles andere in der Welt. Es gibt auch ein unpersönliches Konzept einer urzeitlichen Formlosigkeit Hun Dun, ähnlich der Vorstellung des griechischen Chaos, aus dem die Schöpfung hervorgegangen ist, ohne den Urmenschen Pan Gu.

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Gün Nua und Pan Gu

Fu Xi und Gün Nua

Einer weiteren Legende nach soll Fu Xi der erste chinesische Urkaiser gewesen sein, der die acht Trigramme des I Ging, dem Buch der Wandlungen, erfunden hat, indem er über Himmel und Erde meditierte. Der Legende nach ist er auch der Urahn der Menschen. Er soll den Menschen die Melodie und Musik gebracht haben. Die Kunst des Schreibens erlernte er angeblich von einem gelehrten Drachen.

In der Han-Dynastie wird er als Schlangenmensch gemeinsam mit Nü Gua abgebildet. Sie gelten nach dem Shanhaijing als die Urmenschen. Angeblich entstand der erste Mensch durch die Ehe von Nü Gua mit Fu Xi. Sie benutzen den Ton um Nachkommen zu zeugen.

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Nü Gua und Fu Xi

In einer weiteren Abbildung Fu Xi und die Trigramme.

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Fu Xi und die Trigramme

Der Gelbe Kaiser

Dann gibt es die legendären acht mythohistorischen Drei Herrscher und fünf Kaiser, von denen der Gelbe Kaiser Huangdi (2711 v. Chr. – 2599 v. Chr.) mythologisch eine vorrangige Stellung einnimmt. Er wird als Urheber des zentralisierten Staates, als kosmischer Herrscher und als Förderer der esoterischen Künste dargestellt.

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Der Gelbe Kaiser, Huangdi

Der Taoismus

Der Daoismus (Taoismus), der Konfuzianismus und der Buddhismus werden als eigene authentische Religionen in China angesehen. Der Daoismus war die erste philosophische Denkrichtung Chinas, die aus den Legenden der Überlieferungen der Frühzeit Chinas entstand. Die heutigen Grundlagen dieser chinesischen Philosophie bzw. Religion wurden durch das „Tao te King“ von Laotse in Form gebracht. Der Daoismus beeinflusste in China die Kultur in den Bereichen Literatur, Politik, Musik, Kunst, Kampfkunst, Ernährungskunde, Geographie und Medizin.

Laotse

Der Taoismus wurde in etwa im sechsten Jahrhundert vor Chr. von Laotse begründet. Laotse war ein Adept und Philosoph. Er hinterließ das Tao te king, den Weg der Könige.

Quelle: Rüggeberg Verlag
Laotse / Hergestellt durch Franz Bardon mit magischem Spiegel

Die Symbole des Taoismus

Kreis: Vollkommenheit, Makrokosmos, Heiliger Geist
Punkt: Ewigkeit, Gott, Individualität, Ursprung, Geist, Mikrokosmos
Harmonie: Seele, Liebe, Gleichgewicht, Ergänzung
Yang: Weiß, männlich, aktiv, aufsteigend, Geist, Himmel
Yin: Schwarz, weiblich, passiv, absteigend, Materie, Erde

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Das Symbol „Dao“. Das Symbol für Yin und Yang, sowie das Symbol Taijitu für „individuelles Yin und Yang

Das Symbol des Dao

Wir sehen im Symbol des Dao einen Menschen, der die Stufen in den Himmel vor sich sieht. Er beschreitet den Pfad in den Himmel, ins Licht. Dao, Tao, der rechte Weg, die Methode, der Sinn unseres Daseins, die höchste transzendente Wirklichkeit und Wahrheit (seit Laotse).
Tao Te King: „Ich kenne seinen Namen nicht, deswegen nenne ich es Dao.“ „Aus dem Dao entstehen die zehntausend Dinge der Welt.“ „Das Dao bringt die Einheit hervor, die Einheit bringt die Zwei hervor, diese dann die Drei und schließlich die manifestierte Welt der zehntausend Dinge.

Wenn Laotse auch nicht näher auf den „Punkt“ und dessen Bedeutung im Taijitu eingeht, da dies vermutlich lebensgefährlich gewesen wäre, so bringt er doch unmissverständlich zum Ausdruck, dass das Dao die Quelle und Ursprung des Lebens ist, wenn er diesen auch nicht personalisiert und keinen Namen verleiht.

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Das Symbol des Tao auch Dao geschrieben

Das Symbol des Yin und Yang

Im Symbol des Yin und Yang sehen wir Männliches (weiß) und Weibliches (schwarz) innerhalb eines Kreises (Symbol für die Vollkommenheit) voneinander getrennt, sich harmonisch zueinander fügend. Das männliche weiße Yang nimmt die obere Hemisphäre räumlich ein und steigt auf, das Weibliche gibt sich hin und steigt ab.

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Yin und Yang Symbol

In der chinesischen Mythologie gibt es auch kosmologische Vorstellungen, in welchen die Urmaterie die Gestalt eines Welteneis hatte und sich nach 18000 Jahren in Himmel und Erde teilte. Das Yang stieg in den Himmel auf, das Yin fiel zur Erde herab.

Das weiße männliche Prinzip symbolisiert den Geist, das weibliche Prinzip die Materie. Die harmonische ausgleichende Fügung beider Kräfte, ohne Spannung, symbolisiert die Seele, die Liebe.

Das Yin und Yan Symbol lehrt uns die Dualität des Lebens in Harmonie. Es lehrt uns, dass Männliches und Weibliches voneinander verschieden sind, sich jedoch gegenseitig harmonisch ergänzen. Im Vollkommenen, dem Göttlichem (Kreis) sind Männliches und Weibliches in Harmonie.

Das Männliche in uns, steigt auf, führt in die Vergeistigung und übernatürlich Spirituelle. Das Männliche erleuchtet uns (Sonne, Feuerelement, Himmel).
Das Weibliche in uns macht uns empfänglich, aufnehmend und hingebend. Das Weibliche umsorgt, nährt und liebt (Mond, Wasserelement, Erde).

Das Symbol Taijitu (individuelles Yin und Yang)

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Taijitu (individuelle Yin und Yang)

Das Taijitu symbolisiert des Menschen Ursprung von Gott. Es bringt zum Ausdruck, dass ein jeder ein Individuum (Punkt, 1) ist, wie Gott selbst (Punkt), individuell und einzigartig. Er kann herabsteigen und einen irdischen Körper annehmen (Yin), oder in der geistigen Welt (Yang) als Individualität (Punkt) existieren, da er ewig lebt (Punkt).
Das Leben in den geistigen Sphären und auf Erden ist ein Kreislauf, der uns göttliches Bewusstsein (Kreis + Punkt) erlangen lässt.

Der schwarze Punkt im Männlichen symbolisiert den individuellen Geist und Seele des Menschen, die dem Menschen auch in der geistigen Welt erhalten bleiben. Der Mensch lebt ewig.
Der weiße Punkt im Yin symbolisiert auf höchster Ebene, dass Gott selbst in Verkörperung steigt. Der weiße Punkt im Yin symbolisiert den Abstieg des individuellen Geistes in Verkörperung. Der Mensch ist nach dem Ebenbild Gottes erschaffen und wird wiedergeboren, bis er Vollkommenheit (Kreis = Himmel, Makrokosmos) erlangt und als verkörperter Mensch am Himmel teilhat (Beachten Sie wie Yin und Yang aus sich heraus in den Kreis einfließen).

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Das Symbol „Dao“. Das Symbol für Yin und Yang, sowie das Symbol Taijitu für „individuelles Yin und Yang

Ferner lehrt uns das Taijitu, dass im vollkommenen, göttlichen Menschen (Kreis, Heiliger Geist) Himmel und Erde (Yang und Yin) sich in ihm in Harmonie befinden. Männliches und Weibliches sind im Gleichgewicht. Geist, Seele und Körper sind in Gleichklang.
Wir können sowohl als Mann als auch als Frau verkörpern (Taijitu), denn wir haben einen männlichen als auch weiblichen Anteil in uns. Der Punkt weißt auch darauf hin, dass wir einen göttlichen Anteil in uns tragen.
In der geistigen Welt sind wir jedoch androgyne Wesen (Yin und Yang Symbol).

Wer über diese drei Symbole in alle Richtungen meditiert kann auf einfachem Wege aus den gewonnenen Erkenntnissen das Wesentliche des Taoismus erfassen.

Es mag unterschiedliche Interpretationen der Symbole und Symboliken geben, doch gereicht es zu tieferer Erkenntnis bei der Deutung von Symboliken, sich auch immer auf die höhere Mathematik der Zahlen und ihre philosophische Bedeutung zu stützen, um den „Punkt“ korrekterweise als Gott, Individualität, Ewigkeit, Ursprung, die Zahl 1 und Einzigartigkeit zu interpretieren.

Aus dem Chaos (0), dem Nichts, kann nicht etwas entstehen. Nur aus dem Sein (1 = Gott, Individualität, Geist, Bewusstsein) kann etwas Zweites (2 = Dualität) erschaffen werden. Das Chaos ist nicht existent. Aus dem Nichtsein kann kein Sein geboren werden. Nur aus dem ewigen Sein kann etwas entstehen, dass ebenso ewig existieren wird.

Verehrung von Göttern

Wenn Chinas Mythologie auch keine einheitliche Kosmologie besitzt, in der ein Schöpfergott aus seinem Geist Himmel, Erde und Geister erschaffen hat, wie in anderen Kosmologien, Mythologien und Religionen, so entwickelte sich letztendlich wie in allen anderen Kulturen, eine Verehrung von mythologischen Göttern und später eines Gottähnlichen Kaisers in Form von Qin Shi Huang Di (259 – 210 v. Chr.).

Wenn auch China und seine Bevölkerung im Laufe der Zeit ebenso für die Wahrheit des Individuellen empfänglicher wurde, misstraut China jedoch bis heute jeder Form einer Religion und persönlichen Verehrung von Gott, als auch Menschen.
China hat sich durch den atheistischen Kommunismus für die Philosophie des Unpersönlichen entschieden. Einer Schöpfung aus dem Chaos.
Da die chinesische Kultur großen Wert darauf legt eine persönliche Distanz und Respekt zu anderen Menschen stets zu wahren, präferiert man auch in philosophischer Hinsicht einen allmächtigen Parteiapparat, dessen Geboten man sich unterwirft, denn seine Macht in den Dienst Gottes zu stellen, den man als seinen Vater liebt und ehrt.

Chinas alte Geister haben sich im Grunde für die Chaosphilosophie entschieden, um sich der Auseinandersetzung mit einem Glauben an einen persönlichen Gott zu entziehen. Man bevorzugt den Kollektivismus gegenüber dem Individualismus als Folge dieser Ablehnung an einen persönlichen Gott zu glauben. Gott soll keine Person sein, denn alle Autorität soll der Staatsapparat bzw. dessen Kaiser haben.

Qin Shi Huang Di war der Gründer der Qin-Dynastie und der erste Kaiser eines vereinigten Chinas. Er regierte von 221 bis 210 v. Chr. Er wurde als ein Gottähnliches menschliches Wesen verehrt. Qin Shi Huang Di ernannte sich selbst zum Kaiser. Er eroberte die Gebiete Innerasiens und ließ die chinesische Mauer errichten.

Wenn wir theoretisch davon ausgehen, dass es eine Reinkarnation gibt und geistig wirkende Gesetzmäßigkeiten bei der Reinkarnation, durch Geografie und Beziehungen ihren Ausdruck finden, dann wäre es nicht abwegig, dass es einige Geister bereits in einer Zeit vor dieser Zeit gab, als die Geister noch in den himmlischen Sphären weilten, bevor es zum Himmelssturz kam, wie dies der christlichen und griechischen Mythologie und Kosmologie entsprechen würde.
Könnten es nicht diese alten Geister gewesen sein, die auf Erden verkörperten und aufgrund ihrer geistigen Überlegenheit, von den Menschen als gottähnliche Wesen wahrgenommen wurden?

Ihre göttlichen Fähigkeiten, ihre Erinnerung an die himmlischen Sphären, verblassten vielleicht mit der Zeit und doch ragen sie immer wieder unter den Menschen hervor und werden zu ihren Anführern. Sie sind die großen Pioniere, Politiker, Philosophen, Erfinder, Okkultisten, die in ihren Fachgebieten durch Fähigkeiten und Leistungen aus der Masse hervortreten.
Sind es vielleicht nicht seit Jahrtausenden die selben großen alten Geister, die hier auf Erden ein Volk um sich gescharrt haben? Formten nicht die Gründerväter durch ihren Geist, Willen, Glauben und Charakter die Nationen, entsprechend ihrer heutigen Mentalität? Sie sind der Samen, der aufgegangen ist und sich vermehren konnte.

Steht die gegenwärtige Stellung und Macht des Chinesischen Ministerpräsidenten Xi Jiping nicht in mehrfacher Hinsicht in einer historischen Parallelität zu Qin Shi Huang Di? Nicht nur das Aussehen, Ausstrahlung und Stellung erinnern daran, sondern auch der politische Führungsstil und Philosophie sind sich verwandt.

Könnte es sein, dass wenn der Mensch im Geiste erwacht und Erleuchtung erfährt, dass es ihm wie Schuppen von den Augen fällt und er sich bewusst wird, dass er bereits seit Jahrtausenden auf Erden wandelt und er seine Existenzgeschichte stets fortgesetzt hat. Einige unter uns, wie die alten Geister, könnten eventuell Millionen von Jahre alt sein? Sie können sich an eine Zeit vor dieser Zeit erinnern.

Quelle: Commons Wikimedia Public Domain
Daoistischer Adept

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