Vom Aufklärer zum Fanatiker

Die sozialen Netzwerke sind ein Paradies für astrologische Forscher, um öffentliche Personen astrologisch zu beobachten.

Gestern lief ein Post eines österreichischen Influencer, der in Ungarn lebt, wieder an mir vorbei. Ich beobachte bei ihm einen Prozess der Selbstradikalisierung, weil er jeden Tag die Welt retten will.
Man muss achtgeben, dass man sich nicht selbst in eine Sackgasse manövriert, durch den Druck, den man sich selbst auferlegt, aus seinen persönlichen Ansichten eine Kampagne machen zu müssen. Es wird im Endeffekt undifferenzierter und fanatischer. Wer bewusst darauf abzielt Massenwirkung zu erzielen, dessen Stil wird früher oder später plump und primitiv, unabhängig davon, welche Message man bringt. Er nähert sich automatisch den Massenmedien an.

Ich beobachte, wie viele Influencer mit ihrem Einfluss psychisch überfordert sind. Sowie Politiker ihr Fähnchen in den Wind halten, um wiedergewählt zu werden, so kommen die Influencer im Laufe der Jahre unter Druck, ihr Publikum tagtäglich mit sensationellen Botschaften bespielen zu müssen und beuten sich hierbei seelisch selbst aus. Eine Pause ist in diesem Geschäft nicht gestattet, denn dann bist du mal schnell aus der Timeline deiner Leser draußen. Die Algorithmen der Plattformbesitzer sind die Sklaventreiber der sozialen Netzwerke.  Es muss inzwischen mehrmals täglich Content geliefert werden. Der Großteil der Überschriften ist nur mehr reißerisch, um einen Aufruf und vielleicht ein Klick zu erhalten.
Die Systemmedien hämmern im selben Rhythmus, wie die alternativen Medien.

Wenn ich durch YouTube, Meta, X usw. surfe, habe ich das Gefühl, es ist gibt nichts Neues mehr. Alle Geheimnisse und Verschwörungen sind schon längst aufgedeckt und wir sind inzwischen schon eher in dem Stadium, wo an den Haaren herbeigezogene Spekulationen, als Sensationen propagiert werden. Hauptsache man liefert Content. Ich sehe immer mehr Wiederholungen, bei gleichzeitigem Hochpeitschen der Emotionen, um das Publikum bei der Stange zu halten. Es wird nicht mehr tiefer, weil Tiefe, Ruhe und Zeit zum selbständig Nachdenken braucht. Jeden Tag etwas Tiefes zu produzieren, ist schier unmöglich und nur denen vorbehalten, die diese Tiefe auch wirklich besitzen, um aus sich etwas zu kreieren. Zu recherchieren und fremde Gedanken neu verpackt wiederzugeben, ist nicht wirklich ein großer geistiger schöpferischer eigenständiger Akt. Die großen Denker waren immer nur wenige.

Das Rad dreht sich jedoch immer schneller, zugleich wächst täglich die Konkurrenz unter den Influencern. Ein kollektiver argumentativer Schlagabtausch und geistiger Krieg wurde mit den sozialen Netzwerken in Gang gesetzt, der höchstwahrscheinlich im materiellen Kriegen mündet, da sich alles gegenseitig hochschaukelt und die Gesellschaft immer stärker polarisiert wird.

Diejenigen Influencer, die politisch unterwegs sind, radikalisieren sich in den meisten Fällen, als Folge der psychischen Überforderung, weil sie ihre innere Ruhe und Gleichgewicht durch den Produktionsstress verloren haben. Sie fühlen sich gezwungen Stellung zu beziehen, in der Einbildung die Welt damit zu retten und gleichzeitig Helden der Meinungsfreiheit zu sein, die für das Volk sprechen. Viele von Ihnen bilden sich ein Märtyrer der Neuzeit zu sein, wenige sind es, doch für die Meisten unter Ihnen geht es um das Geschäft und einen egozentrischen und narzisstischen Selbstbestätigungskomplex, der gestillt werden muss.

Wer sich von der Geschwindigkeit der Algorithmen antreiben lässt, wird zwangsläufig oberflächlicher, wenn er nicht eine außergewöhnliche Selbstbeherrschung besitzt. Eigenständige originelle Gedanken und Ansichten sind selten geworden.

Der Präsidentschaftskandidat

Betrachten wir ein praktisches Beispiel. Dieser österreichische Influencer, der jetzt in Ungarn lebt, kandidierte bereits zur Wahl des österreichischen Bundespräsidenten. Wer einmal den Mut dazu hatte, erntet mit solch einer Aktion sein Leben lang eine gewisse Prominenz, egal ob er nur ein halbes Prozent erhalten hat. Wer kandidiert schon als Nobody zum Bundespräsidenten? Jemand, der danach kein Nobody mehr ist.

Wir sehen eine Steinbocksonne in Opposition zu Sirius/Saturn in Konjunktion zu Kaiser, Fides, Spirit, Vesta und Munchhausen = ein ausgesprochen fleißiger Mensch, der einen Bestätigungskomplex versucht durch Leistung und daraus folgender Anerkennung zu kompensieren. In seinen ausgeprägten Visionen und Phantasien (Jupiter Quadrat Neptun) fühlt er sich zuweilen wie ein Kaiser, wenn er das Vertrauen (Fides) der Menschen gewinnt, weil sie ihn inspirierend (Spirit) empfinden.

Mit Merkur/Forbes/Fraternitas/Machiavelli/Demokritos gewinnt er eine große Fangemeinde und Einfluss, sodass er möglicherweise auch ganz gut von den erzielten Einnahmen seines Business als Influencer leben kann. Er leidet jedoch früher oder später unter dem „Machiavelli Syndrom“, dass er politisch doch nichts mitzubestimmen hat und die Wut auf die Regierenden immer größer wird, sodass er auf zunehmend radikalere Weise versucht den Herrschenden seinen Stachel ins Fleisch zu treiben.

Das Erbe seiner Ahnenlinie (Vindemiatrix) ist in Konjunktion zu Fanatica, Vaticana, Imago + Pluto/Mond. Die Polarisierung der Masse (Pluto/Mond/Fanatica) ist ihm sozusagen in die Wiege gelegt.
Dies unterstreichen nochmals auf dem Propagandisten, dem Fixstern Algenib, die Asteroiden Phaedra (Verleumdung, Schlagzeilen) /Virtus und Lebon = der Überschriftenproduzent, der reißerisch (Phaedra) und tapfer (Virtus) seine Meinung sagt und hierbei eine große Masse der Menschen erreicht (Algenib/Lebon).
Mit Remigio/Charlmartell auf dem galaktischen Zentrum ist er auch zu einem Fürsprecher der Remigration geworden.

Justitia/Hungaria stehen in das Quadrat zu seiner Sonne/Nunki und Saturn in Opposition dazu. Dies sind keine guten Voraussetzungen, um sich ungeschoren immer weiter aus dem Fenster zu lehnen.

Bereicherung, doch Brandbeschleuniger

Ich persönlich empfinde die sozialen Medien durchaus als ein Paradies. Der Wettbewerb der Ideen und Argumente bereichert alle Menschen, wenn auch Stress erzeugend und leider durch Algorithmen manipuliert. Diese Manipulationen machen jedoch die sozialen Medien zu Brandbeschleuniger für einen Krieg auf allen Ebenen. Wäre der argumentative Schlagabtausch nicht manipuliert, würde sich immer das Wahre, Gute und Schöne früher, oder etwas später, durchsetzen.
Gerade wegen der Manipulationen durch die Besitzer dieser Plattformen, kann man den Influencern nur raten, dass sie sich zwischendurch auch mal eine Pause gönnen, um sich zu besinnen. Wer Reichweite besitzt, dessen Karma besitzt ebenso Reichweite.