Läuterung und Härtung durch Feuer

Ich liebe es, jeden Tag meinen Ofen einzuheizen. Dann sitze ich vor dem Feuer und schaue zu, wie die Flammen das Holz erfassen. Manchmal sitze ich eine halbe Stunde davor und starre nur in das Feuer. Wann immer ich vorbeikomme, werfe ich einen Scheitel nach und schaue zu, wie die Flammen erneut auflodern.
Bietet man dem Feuer keine Angriffsfläche, tut es sich schwer seine Macht auszuspielen. Dasselbe können wir bei den Feuerzeichen Widder, Löwe und Schütze beobachten. Wann immer ich die Elemente in ihrem Wirken beobachte, werden mir verschiedene Analogien zur menschlichen Entwicklung und zu Charakteren bewusst.

Elemente und Bewusstseinsentwicklung

Wenn wir die Bewusstseinsentwicklung des Menschen betrachten, so können wir erkennen, dass sich der Mensch von der Erde über das Wasser zur Luft und letztlich zum Feuer entwickelt. Im Laufe der Inkarnation lernt er das Feine vom Groben zu trennen und wird sich seines Geistes (Feuer) voll bewusst.

Die vier Elemente kann man auch den vier Typen von Menschen zuordnen. Die Erde entspricht den Handwerkern und Bauern, also Menschen, die vorrangig körperlich arbeiten müssen. Das Wasserelement den Menschen, die in sozialen Bereichen arbeiten. Dem Luftelement entsprechen die intellektuellen und kaufmännisch orientierten Menschen, die das Volk unterrichten und für den kommunikativen Austausch sorgen, sowie die Feuermenschen die Anführer und Macher sind, die neue Visionen in die Welt bringen und Großes in die Wege leiten.

Hermetisch betrachtet, entwickeln wir uns vom Groben zum Feinen. Wir arbeiten hart, erhalten weniger Bezahlung und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgrund unserer körperlichen und materiellen Orientierung wenig Zeit und Interesse haben, um uns mit geistigen Dingen zu befassen. Der Mensch ist über viele Inkarnationen der Gefangene des Erdelements (Erde).

Es kommt der Zeitpunkt, in welchem der Mensch fühlt, dass es mehr gibt als die materielle Welt und sich seine Seele und ihre Bedürfnisse immer stärker bemerkbar machen. Der Mensch wird sich seines Seelenzustandes bewusst und erkennt, dass auch seine Seele ein Teil seines Wesens ist, dem er Aufmerksamkeit schenken muss. Dies geschieht in der Regel während des Prozesses der zweiten Einweihung und dauert wiederum einige Inkarnationen an, wenn nicht durch glückliche Fügung ein wertvoller spiritueller Lehrer auftaucht, der Richtung gibt.

Im Laufe der dritten Einweihung beginnt sich der Mensch immer stärker für Wissen zu interessieren, welches ihm seinen Seelenzustand als auch die Welt erklären kann. Er wird sich bewusst, dass sein Leid zu großen Teilen auch daraus entstanden ist, dass er unwissend war und es ihm an spiritueller Erfahrung gemangelt hat. Doch Wissen ist nicht die Wahrheit (Feuer).

Lässt sich der Mensch vom Wissen nicht blenden, nicht zum Stolz und der Arroganz verleiten, was leider meist mit der Steigerung der intellektuellen Kräfte einhergeht, dann nähert er sich der Wahrheit an, dem Feuer.

Das Feuer ist nach der Akasha (Gott, Vollkommenheit) das feinste Element. Es ist Geist, Energie, Licht, Wille und Intuition. Licht bringt alle Dinge in die Sichtbarkeit. Licht offenbart. Licht vertreibt jegliche Unwissenheit und lässt uns die Dinge sehen, wie sie sind. Das Feuerelement vergeistigt und es werden alle materiellen Begrenzungen aufgelöst. Die Intuition übersteigt die Fähigkeit des Intellekt um ein Vielfaches, denn sie ist göttlich. Gott wirkt wie ein verzehrendes Feuer auf alles Grobe, doch erstrahlt der Geist.

Magische Entwicklung

In der magischen Entwicklung des Menschen werden Sie im Normalfall denselben Ablauf beobachten können. Der Erde entspricht der Geruchssinn, dem Wasser die Hellfühligkeit, dem Luftelement das Hellhören und dem Feuerelement das Hellsehen.

Niemand sieht zuerst die Engelwelt oder die Zukunft über Raum und Zeit hinweg, sondern das Sehen entwickelt sich in der Regel als letztes übersinnliches Organ, weil es hierzu der höchsten Form von Vergeistigung bedarf. Sie werden Engel und Dämonen vorher „geistig“ riechen, fühlen und hören, bevor Sie diese sehen können.

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Der Austausch mit der Engelwelt beruht auf Telepathie. Sowie jedoch der Mensch Wörter verwendet, um sich mitzuteilen, spricht die Engelwelt durch Gedankenbilder. Anfänglich hört man ihre Worte bzw. Gedankenbilder im Geiste. Zu Beginn sind es nur einzelne Worte, die man in seinem Geiste hört. Mit der Zeit beginnt man jedoch in sich einen Film im Geiste zu sehen, der einem mitgeteilt wird.

Alles, was wir im Geiste wahrnehmen, wird im Laufe der Jahre immer konkreter, wenn wir auf dem Erleuchtungspfad vorwärts schreiten. Wir müssen jedoch stetig dem Licht entgegenstreben. Wir beginnen in Folge die Wirklichkeit wahrzunehmen und die Wahrheit zu verstehen. Die Feuerprobe der Wahrheit ist das Schwerste für den Menschen, denn das Feuer vernichtet jegliche Illusion.
Wenn das Feuer wütet, wird die Materie wieder in ihren Urzustand zurückgeführt. Es bleibt nur Asche zurück, oder das, was zuvor durch Feuer gehärtet wurde beziehungsweise der Wahrheit standgehalten hat.

Wer seinen Geist beherrschen lernt, lernt gleichzeitig mit der Wahrheit zu leben.

Wer jedoch seinen Geist nicht beherrscht, der fürchtet die Wahrheit (Feuer) und lebt lieber in der Lüge, da die Wahrheit alle Illusionen vernichtet, an die sich sein Ego klammert, damit seine Welt möglichst dem Bild entspricht, wie er sich diese wünscht und wie sie ihm ein Bedürfnis ist. Feuer verleiht dem Menschen Stärke und Macht.

Erleuchtung

Wenn jedoch der Mensch telepathisch, hellfühlig und hellsichtig wird, dann sieht er seine Mitmenschen wie sie sind, was sie wollen, wie sie denken und fühlen. Er sieht, warum sie so aussehen, wie ihre Erscheinung ist. Er kann sich nicht mehr länger etwas anderes einbilden, damit er bequem mit seiner und ihrer Schlechtigkeit leben könnte und sie mit seiner. Der Entwicklungsprozess, sich von Menschen abzuwenden, musste bereits zuvor stattgefunden haben, indem er unbeirrt der Wahrheit folgte und sich nicht aus Gefälligkeit, Eitelkeit, Angst, Geldsorgen, Ansehen oder anderen Gründen angepasst und verbogen hat. Wir dürfen uns nur anpassen, wenn es wirklich der anderen Person in ihrer spirituellen Entwicklung dient, nicht weil es für uns bequem ist. Wer so ehrlich und streng zu sich selbst ist, der wird reif für die Wahrheit und Erleuchtung, die in Gott gründet.