Der Krieger und Feldpriester Wladimir Solowjow
Wie Solowjow kurzzeitig versöhnlich am Ende des Gesprächs anmerkt, weiß er genau, dass er Grenzen unserer europäischen Konventionen absichtlich übertritt, sich grob und brutal verhält, also unsere russischen Klischees bedient. Beinahe im selben Atemzug verpasst er Roger Köppel den nächsten Fausthieb mit, „beleidigen sie nicht meine Intelligenz“. Das meint er in vollem Ernst und deutet an, dass er den Bewusstseinszustand der Ewigkeit kennt, in welchem er mit Gott spricht, Roger Köppel jedoch offensichtlich nicht.

Lew Tolstoi / Johann Heinrich Pestalozzi / Wikimedia Public Domain
Ich habe selten einen Menschen reden sehen, der solch eine Macht, Selbstbewusstsein und Dominanz durch sein Charisma und Willen besitzt. Er ist eine Fackel der Russen, ein Metropolit und Leuchtturm, sowie der Feldpriester der russischen Soldaten im Schützengraben.
Wladimir Solowjow ist dasselbe geistige Kaliber wie Alexander Dugin, der einstige Dostojewski. Tolstoi und Dostojewski sind gegenwärtig durch den Ukraine Krieg verständlicherweise zu Kriegern geworden. Mutter Russland ist in Gefahr.
Wie schreib eins Dostojewski:

Zweifellos sind sowohl Solowjow, als auch Dugin tiefe, alte Geister, die provokant angriffig und verletzend, nicht nur unsere Politiker, sondern die europäischen Politologen, Philosophen, Theologen und Spirituellen geistig herausfordern. Ich habe kein Problem damit, wenn es der Wahrheitsfindung und der Frage der historischen Gerechtigkeit dient.
Trotzdem habe ich mir die Frage gestellt, ob sie letztendlich der Wahrheit standhalten und Gott tatsächlich den Respekt entgegenbringen würden, wenn dieser ihre Grenzen übertritt und sie wie Schuljungen belehren würde.
Die beiden spirituellen, politischen und religiösen Vordenker Russlands, also Solowjow und Dugin, betrachten die Europäer als verlogen und feige. Sie hassen unsere Scheinheiligkeit und Feigheit. Die Herrschaft der Ismene.
Beide blicken verächtlich auf unsere politische Elite, unsere Vordenker, Philosophen und Theologen herab. Sie befinden sich im Krieg. Beide haben schmerzliche Verluste erlitten. Dugin seine Tochter, durch ein Attentat des einstigen Bandera, und Solowjow Vermögenswerte wurde konfisziert und seine Bewegungsfreiheit vollkommen eingeschränkt. Beide leben in ständiger Gefahr eines möglichen Attentats auf ihre Personen.

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Stepan Bandera / Natalie Vovk (Attentäterin von Dugins Tochter, Agentin des ukrainischen Geheimdienstes)
Deswegen respektiere ich ihre Wut, ihre Grenzüberschreitungen, ihr unangemessenes Selbstbewusstsein in spirituellen Fragen ihrem Gesprächspartner gegenüber und vieles mehr. Dieses Verhalten entsteht nämlich auch aus wahrer Stärke, die Beiden eigen ist. Beiden sind bereit jeden Preis zu zahlen, den unsere ehemaligen Helden und Heilige noch nicht bereit sind zu zahlen. Deswegen blicken Sie verächtlich auf uns herab und sagt Solowjow zu Köppel, „beleidigen sie nicht meine Intelligenz“, angesichts ihrer seichten Fragenstellungen. Ich kenne Krieg und Frieden auf allen Ebenen. (Tolstoi schrieb ja Krieg und Frieden).
Tiefe, Stärke, Macht und Kraft, also echtes Charisma, muss man erst entwickeln. Beider Magie ist ihre spirituelle Kraft, ihre Authentizität, ihr profundes historisches Wissen und beider Glaube an einen persönlichen Gott. Dugin, als auch Solowjow, haben ein Maß an Geistesbeherrschung erlangt, durch die sie wieder berechtigter Weise zu spirituellen Anführern Russlands geworden sind.
Spielverderber
Stellen Sie sich vor, ich würde die „oberen Zehntausend unserer Weltgeschichte“ alle, mit samt ihren Existenzgeschichten, öffentlich stellen und man könnte dieses Gedächtnis nicht löschen, nicht abschalten, sondern es steht auf einmal für die gesamte Welt einsichtig im Netz. Einleuchtend klar, historisch, astrologisch, geografisch geordnet.
Jeder kommt damit zurecht, wenn ein anderer stärker, reicher oder größer ist. Irgendwie kann das der Mensch verschmerzen. Keiner kommt jedoch damit zurecht, wenn einer klüger, weiser und intelligenter, wie der andere ist. Da regt sich der geistige Stolz im Menschen, sein Ego. Sein Anspruch doch Gott sein zu wollen, oder durch Relativierung der Konfrontation mit der Wahrheit feige auszuweichen. Dümmer als ein anderer zu sein, will sich niemand eingestehen, der sich dem Göttlichen noch nicht angenähert hat.
Selbst dann ist die Gefahr wiederum groß, dass einen der Hochmut überfällt, weil sich die Macht und Kraft ins unermessliche steigert.
Dieses unauslöschliche Gedächtnis der Weltführer würde zum großen Spielverderber werden. Die Klarheit ist unerwünscht.
Solowjow rechtfertigt sein Handeln mit, „der Krieger ist in mir erwacht, der Weltmann, Geschichte von gestern“.
Im Krieg geht es nur mehr um das Gewinnen oder Verlieren. Sieg oder Untergang, sodass für den Zweifel und Gewissenskonflikt kein Platz mehr bleiben darf. So sieht dies zumindest Solowjow, wie ich dies seinen Antworten in diesem Gespräch in dieser Hinsicht entnehme. Auf diese Weise verfährt er mit seinem Gewissenskonflikt zwischen Krieg und Frieden. Bezeichnen wir es als die Kriegsdoktrin seines Gewissens, denen er gehorchen muss.
Als Augustinus habe ich für die Christen ihre Kriegsdoktrin für ihr Gewissen entwickelt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechter_Krieg
Selbst die „Atombombe der Wahrheit“, über die Reinkarnation der oberen Zehntausend, würde nichts daran ändern, dass wir uns wieder in den Krieg stürzen. Ein jeder Mensch will seine individuelle Existenzgeschichte in gewisser Weise fortsetzen, sowie auch die Nationen ihre Karma erleben und fortsetzen.
Der Mutige sucht die Bühne und wird zum Aufklärer, oder Einpeitscher seines Volkes, und der Duckmäuser hält wieder den Mund, während um ihn herum eine Diktatur errichtet wird. Ein jeder in seiner individuellen Rolle, sowie auch die Nationen ihre historische Rolle wieder einnehmen.
Ich lasse im Hintergrund die Wahrheit einsickern. Kein Urteil, einfach nur die Wahrheit über die Personen, die unsere Geschichte maßgeblich geschrieben habe. Ein jeder muss für sich selbst diese, als auch seine Geschichte beurteilen.
Deswegen kann ich gut nachvollziehen, weswegen Putin zögert und nicht die Eskalation sucht, die Solowjow im Grunde einfordert, damit wir nicht weiter aufrüsten können, wenn wir ohnedies beabsichtigen Russland anzugreifen. Alles hat seine Zeit. Auch Putins Karma. Timing ist nicht die Sache der Feldpriester, die ihre Soldaten euphorisch antreiben.
Weil die Wahrheit der Reinkarnation bereits auf Erden ist und die Vorgänge in Wirklichkeit entlarvt, befinden wir uns bereits im Dritten Weltkrieg. Das Lügenimperium ist erschüttert, wenn es auch seinen Feind und dessen Macht noch nicht wirklich nachvollziehen kann.
Trotzdem überschätzen sich die beiden Russen in spiritueller Hinsicht, wenn sie auch beide Helden sind.
